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Presse
Schweinfurter Markt
11. Mai 2000

der lockende ruf der Wildnis

SCHWEINFURT/HERGOLSHAUSEN - Mit zwanzig Jahren verbrachte Harald Kraus seinen ersten Fernurlaub in der Karibik. Doch von der Pauschalreise, mit Strandleben und geregelten Unternehmungen war der Hergolshäuser wenig angetan. Er wollte die Ferne hautnah erleben, ohne die vermeintlichen Annehmlichkeiten des Massentourismus.

Sein Wunschtraum war und ist es, die Natur pur zu erfahren, mit all den damit verbundenen Entbehrungen und Risiken. "Wer einmal in der Wüste im Zelt übernachtet hat, dabei die Widersprüche dieser Naturlandschaft erfahren hat, der kommt davon nicht mehr los." schwärmt der mittlerweile 32-jährige. Als erstes hat er eine Trekking-Tour durch die Serengeti in Tanzania organisiert. In den nächsten Jahren folgten zahlreiche Reisen in die verschiedensten Kontinente.

Besonders fasziniert ist Harald Kraus von Afrika: Tanzania, Kenia, Simbabwe, Namibia, Südafrika, Lybien und der Tschad waren schon Etappen seiner Fernreisen, von denen er eine bis zwei pro Jahr unternimmt.

Im Schnitt dauern die Trips vier Wochen, wobei sich Kraus zumeist mit drei Gleichgesinnten zusammenschließt: Bevorzugte Ziele sind Wüsten oder Gebirgsmassive, die per Jeep oder zu Fuß durchquert werden. In richtig lebensgefährliche Situationen sind die Fernreisenden dabei noch nicht gekommen. "Allerdings haben wir die Erfahrung gemacht, dass man auch in der Wüste ertrinken kann.

Im Tschad ging plötzlich ein Wolkenbruch nieder, der fast unser Camp weggeschwemmt hätte. Mit solchen Risiken muss man einfach leben. Auch besteht eine weitere Gefahr darin, dass bei Erkrankungen oder Unfällen eine medizinische Versorgung erst nach Tagen erfolgen kann." Insgesamt sollte man vor einer solchen Tour körperlich fit sein und Kraus hört auch stets mit dem Rauchen auf, "denn sonst wäre die Luft auf dem Kilimandscharo, den wir erfolgreich bestiegen haben, noch dünner gewesen."

Was bewegt Kraus, von Hergolshausen aus, in alle Teile der Welt aufzubrechen? "Sicherlich ist Reisen mein Hobby. Aber es ist auch mehr: diese Erfahrungen in und mit der Natur zu leben, kann man schwer beschreiben. Es sind die Widersprüche, die absolute Ruhe der Wüste oder die Hektik einer Großstadt. Es ist das Wissen, selbst für alles verantwortlich zu sein: für die richtige Routenwahl, für ausreichend Wasser zu sorgen, mit Gefahren fertig zu werden.

All das ist ein Gefühl, das man schlecht verbal wiedergeben kann." Für diesen besonderen Kick verzichtet der Weltenbummler auf viele materielle Sachen, die andere für unverzichtbar halten, wie auf den Bau eines Hauses oder ein schnittiges Auto. Jetzt ist noch die Zeit zum Reisen, meint der Junggeselle, der auch schon in den USA, Honkong, Thailand, Neuseeland oder Malaysia gewesen ist. Auf seiner Exkursion hat er stets den Fotoapparat dabei und mittlerweile eine stolze Sammlung von 15000 Dias erstellt.

Mit zwei Kumpels hat er sich zu der Gruppe PhoTon zusammengeschlossen und wird ab nächsten Jahr verstärkt Diavorträge halten. "Aber ich reise nicht, um Fotos zu machen, sondern um besondere Eindrücke zu sammeln. Die Dias sind dabei ein schönes Nebenprodukt, aber nicht das Ziel", versichert er. Nächstes Jahr sind Lybien und Nepal das Ziel.

Einer seiner Wunschträume ist es Afrika von Nord nach Süd zu durchqueren, von Schweinfurt nach Kapstadt zu fahren - irgendwann in den nächsten fünf Jahren, denn noch ist die Zeit zum Reisen. (ds)

 
Mainpost
15. März 2000

Ein weltenbummler auf Raten

HERGOLSHAUSEN - In 90 Minuten um die Welt - mit Harald Kraus kein Problem. Der 32-jährige reist für sein Leben gern. Immer mit dabei: zwölf Kilo Fotoausrüstung.

Urlaubsbilder sind so eine Sache: Was die Reisenden selbst begeistert in Erinnerung schwälgen lässt, endet meist in einem gähnenden "ja, ja schön" des aus Freunden und Verwandten zusammen getrommelten Publikums. Wenn Harald Kraus am Samstag im Freizeitzentrum Hergolshausen seine Diakästen öffent und "In 90 Minuten 1x um die Welt" führt, düfren beide Seiten begeistert sein - das Publikum und der Fotograf. Erstmals zeigt der gebürtige Hergolshäuser in einer Dia-Musik-Reise Impressionen seiner Abenteuer.

Von Hergolshausen rund um den Globus - von Malaysia nach Thailand, von den USA in den Libanon oder von Kenia nach Tschad, einem Wüstenland in Nordafrika. Mit knapp 32 Jahren hat Harald Kraus 23 Länder der Welt gesehen. Nicht als Pauschaltourist, sondern als Abenteurer, der das Fremde sucht, Wüsten druchquert, vereiste Berggipfel besteigt oder im Regenwald durch Schlamm wadet.

Warum? "Ich brauche das ganz einfach", sagt Kraus und zuckt lachend mit den Schultern, "wenn dud as einmal angefangen hast, kannst du nicht mehr aufhören". Bis 1989 war Kraus ein Urlauber wie jeder andere. Per Pauschaulreise in die Karibik Sonne satt, Badevergnügen und eine Prise "Land und Leute". Dann fiel bei ihm der Groschen; nur Hotels und Auspannen, "das war nicht mein Ding, ich wollte etwas erleben." Heute ist das Reisen für den 32-Jährigen jedes Mal ein Abendteuer fernab von Hotels und Touristenpfaden.

Und ein "Ausgleich zum Alltag", in dem er als Fassadenkonstrukteur in einem Schweinfurter Ingenieurbüro Überstunden sammelt wie andere Leute Briefmarken. Das Resultat ist ein Urlaubs Etat, der sich sehen lassen kann Drei Wochen Fremde - für Harald Kraus zählt das, was andere Jahresurlaub betrachten, als "Kurztrip". Ein echter Urlaub beginnt für den "Weltenbummler auf Raten" erst ab sechs Wochen. Für die bisher längste Reise nahm sich Kraus über zwei Monate Zeit. Über Hongkong reiste er nach Neuseeland, Zwischenlandung Südsee, USA und zurück.

Das bisher schönste Erlebnis? Harald Kraus überlegt kurz. Nein, diese Frage kann er nicht beantworten. "Jedes Land ist anders, hat seine Eigenheiten, die faszinieren." Seien es nun Metropolen wie Hongkong oder New York, "wo das Leben pulsiert", oder das "touristische Niemandsland" Tschad mit seinen Wüstenebenen, die sanfte Schönheit Neuseelands oder die Vielseitigkeit der Vereinigten Staaten. Als eines der größten Erlebnisse hat sich die Besteigung des 5895 Meter hohen Kilimandscharo in Kraus Gedächtnis eingebrannt. "Vor der Steppe Tansanias in den Schenn, das war sagenhaft."

In ihren Bann gzogeh hat den Weltenbummler eine besondere Landschaft der Erde - die Wüste. "Es ist jedes Mal eine Reise in Extreme, man ist der Natur voll ausgesetzt, lernt sich selbst kennen", sagt Kraus. 2001 steht die nächste Grenzerfahrung an, in Niger. In vier Wochen will der Hergolshäuser mit Freunden die er auf seinen Reisen kennen gelernt hat, die Sahara durchqueren. SElbst dann wird er 32-Jährige wie immer die zwölf Kilogramm schwere Fotoausrüstung im Gepäck haben. Das Fotografieren ist die weite große Leidenschaft des Abenteuer-Reisenden, der seiner Heimat treu bleiben will. "Denn es ist schön, wieder nach Hause zu kommen."

Durch die Fotografie hat Harald Kraus Andreas Pfeuffer kennen gelernt. Am 18. März werden die beiden um 19.30 Uhr im Freizeitzentrum Hergolshausen Bilder ihrer Reisen zeigen. Andreas Pfeuffer präsentiert dabei "Zweieinhalb Tausend Meilen Faszination im Süd-Westen der USA".

Katja Beringer

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Andreas Pfeuffer Harald Kraus Rudolf Vollmuth Moeraki Boulders - Neuseeland