Vom wüstenfieber gepackt
HERGOLSHAUSEN - Wenn Harald Kraus von der Sahara erzählt, kommt er ins Schwärmen: diese Ruhe, die Weite, die unberührten Landschaften. Am liebsten würde er gleich wieder seine sieben Sachen packen und in die Wüste reisen. Afrika im allgemeinen und die Rockengebiete im besonderen haben es dem Hergolshäuser angetan. Er hat schon mehrfach den "Schwarzen Kontinent" bereist, immer auf der Suche nach den Schnappschüssen, die er dann in eindrucksvollen Diavorträgen zusammenfasst. Dabei interessieren ihn nicht nur die Landschaften, sondern auch Menschen und ihre Lebensgewohnheiten. Vor kurzem war er drei Wochen im Niger und hat mittlerweile alle großen Gebirge der Sahara druchstreift.
Zusammen mit fünf Gleichgesinnten aus verschiedenen europäischen Ländern, mit denen Harald Kraus schon einige Trips durchgeführt hatte, ging es von Paris aus in den Niger.
Dort hatte man bereits einen deutschsprechenden Tuareg als Reiseleiter engagiert und in drei Jeeps, vollgepackt mit Wasser und Lebensmittel ging die FAhrt in das Hoggar-Gebirge los. Dabei hat die Gruppe 2.100 Kilometer im Auto und 160 Kilometer zu Fuß zurückgelegt.
Was hat Harald Kraus bei dieser Reise besonders beeindruckt? Das waren die Kontakte mit den Einheimischen. "Oft waren wir urplötzlich von einer Menschenmenge umringt. Die Leute wollte nur sehen, was es Neues gibt, bildeten einen Kreus um uns und fingen das Singen an. Dies ist auch weiter nicht verwunderlich, denn es kommen nur selten Fremde in die Lager der Nomaden und noch seltener sin des Europäer. Kommunikationsmedien, wie wir sie kennen, gibt es natürlich nicht.
Beeindruckt hat uns auch, mit wie wenig die Tuareg in einer unwirtlichen Umgebung überleben. Außer ein paar Ziegen haben sie praktisch kein Eigentum und müssen täglich um das Überleben kämpfen."
Bei ihrer Tour durch die Wüste erfuhr die Gruppe selbst, mit wie wenig man auskommen kann. "Man glaubt gar nicht, wieviel ein Liter Wasser ist. Der reicht völlig aus, um sich komplett zu waschen, inklusive Haarwäsche. Zum Trinken haben wir allerdings drei Liter benötigt. Duschen ging natürlich innerhalb der drei Wochen nicht," schildert Kraus die Erlebnisse. Den einen oder anderen Sandsturm haben sie auch mitbekommen, die glühende Hitze tagsüber und Temperaturen unter Null Grad in der Nacht.
Dennoch sind diese Strapazen nichts für den Wüstenbegeisterten. Nicht im Verlgiech zu den positiven Erfahrungen: eine Stille, die es bei uns überhaupt nicht gibt, der Sonnenaufgang über den Dünen, die unendliche Weite. "Diese Schönheit kann man nicht erklären. Entwedr man empfindet sie unmittelbar und intensiv oder man kann mit der Wüste überhaupt nichts anfangen." Den nächsten Trip hat die Gruppe schon wieder geplant: im Herbst geht es in die algerische Wüste. (ds)
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